Manuela Scheiba OSB

Verdichtetes Leben - Die Regel Benedikts heute (5)

„Vielleicht hält Gott sich einige Dichter, damit das Reden von ihm jene heilige Unberechenbarkeit bewahre, die den Priestern und Theologen abhandengekommen ist“, meinte Kurt Marti, der seines Zeichens nicht nur Pfarrer, sondern ebenso Verfasser vieler Gedichte ist. Auch unter Mönchen und Nonnen gab und gibt es bis in unsere Zeit immer wieder wortgewandte Schriftsteller und Poeten: Notker Balbulus, Hildegard von Bingen, Thomas Merton, Silja Walter und viele andere bekannte oder weniger bekannte. Es scheint eine Affinität zu bestehen zwischen dem Durst nach einem „verdichteten“ Leben und der Leidenschaft für Dichtung. Dichter kreisen wie Mönche um erste und letzte Dinge.

Aus Erbe und Auftrag 1/19, Seite 88-89

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