Aktuelle Meldungen

Wiederwahl in Scheyern

Am 28. Mai 2020 wurde Abt Markus Eller OSB (53) für weitere zwölf Jahre im Amt bestätigt. Vor seiner Wahl zum Abt 2008 war er in der Pfarrseelsorge tätig. Er ist Vorstandsmitglied der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und innerhalb der Bayerischen Benediktinerkongregation verantwortlich für die Arbeitsgruppe Kommun-noviziat und Berufungspastoral.

Spannungen in Bose

Enzo Bianchi (77), der 1965 in der Nähe von Turin das Kloster Bose gegründet und es bis 2017 geleitet hatte, muss mit zwei Brüdern und einer Schwester der Gemeinschaft das Kloster verlassen. Das hat der Vatikan im Anschluss an eine Apostolische Visitation angeordnet; der Papst hat den Ordenspriester und Psychologieprofessor Amedeo Cencini zum Delegaten für die Gemeinschaft ernannt. Nach der Wahl des ersten Nachfolgers des Gründers war es zu Spannungen mit dem neuen Prior gekommen. Die ökumenisch zusammengesetzte Gemeinschaft verbindet Traditionen des westlichen und östlichen Mönchtums; derzeit gehören ihr 90 Männer und Frauen aus sechs Nationen an. Vier weitere Niederlassungen befinden sich in Apulien, Assisi, bei Siena und in der Provinz Rom. Enzo Bianchi ist Mitglied im Päpstlichen Einheitsrat und als geistlicher Schriftsteller bekannt.

Terroristen-Überfall in Nord-Mosambik

Das neugegründete Kloster St. Pachomius der Missionsbenediktiner in N’nango nahe der Stadt Mocimboa in der nordmosambikanischen Provinz Cabo Delgado wurde am 12. Mai von Angehörigen einer islamistischen Terrormiliz überfallen. Die vier Mönche konnten sich in den Busch retten und durch dünn besiedeltes Gebiet zur nächsten Pfarrei Imbuho durchschlagen, die auch von Benediktinern betreut wird. Dort sind sie derzeit in Sicherheit.
Das Kloster-Neubau wurde erst 2019 als eine Gründung der Abtei Ndanda im benachbarten Tansania eingeweiht. Er ist geplündert worden, und Nebengebäude wurden in Brand gesteckt. Genauere Informationen liegen noch nicht vor.
Die Situation im Norden Mosambiks wird bestimmt durch jahrzehntelange Vernachlässigung der wirtschaftlichen Entwicklung dieses abgelegenen Gebietes als Spätfolge des Bürgerkrieges in Mosambik. Am Schmuggel von Elfenbein, Holz, Heroin und Rubinen profitieren lokale Eliten. Die Entdeckung großer Erdgasvorkommen vor der Küste hat nun auch das Interesse internationaler Akteure an der Region geweckt. Inmitten dieser unübersichtlichen Lage bewegt sich eine im Laufe der letzten eineinhalb Jahrzehnte entstandene Terrormiliz radikalisierter islamischer Jugendlicher, die von der Zentralregierung bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte und über deren Hintermänner man nicht allzu viel weiß. Experten vergleichen diese mosambikanische Terrormiliz mit Boko-Haram in Nigeria.
Die Missionsbenediktiner sind 2015 auf Bitten des Bischofs von Pemba in diese Region gekommen, um ein benediktinisches Zentrum mit Klinik, Handwerkerschule und anderen Sozialprojekten aufzubauen. Der Überfall auf das Kloster ereignete sich während einer Regierungsoffensive gegen die Terroristen in unmittelbarer Nähe des Klosters. Die Attacke ist ein Rückschlag. Er wird die Arbeit der Benediktiner in dieser Region aber nicht nachhaltig unterbinden.

Gastfreundschaft in Zeiten der Pandemie

Die Benediktinerabtei Gerleve im Münsterland beherbergt einen Teil der mehr als 200 mit Corona infizierten Mitarbeiter eines der größten europäischen Fleischvermarkter. Für die nächsten Wochen stellen die Benediktiner den betroffenen Arbeitern ihre Jugendbildungsstätte mit dem dazu gehörigen Gelände zu Verfügung. Ein detailliertes Konzept stellt den Schutz aller Beteiligten sicher. Abteikirche, Buchhandlung und Parkplatz bleiben wie bisher für alle Besucher des Klosters offen.

Klosterschließung in Kanada

Der Konvent der Trappisten in Prairies (Kanada) hatte im Rahmen einer Visitation 2019 für seine Aufhebung gestimmt. P. Marcel Carbotte OCSO (84) hatte das Kloster 1969-2014 als Abt und 2014-2020 als Superior ad nutum geleitet. Er wird mit einem 86jährigen Mitbruder in ein Nachbardorf umziehen und neben dem Seniorenheim wohnen, in dem drei Mitglieder der Kommunität leben, zu der insgesamt sechs Mönche gehören. Ein zum neuen Superior ad nutum ernannter Mönch der Gemeinschaft wird die Umsiedlung des Friedhofs und die Übernahme des Klosters durch eine orthodoxe koptische Gemeinschaft begleiten.

Coronavirus in Klöstern

Abt Primas Gregory Polan OSB hat in seinem Osterbrief mitgeteilt, dass mehrere Klöster von der Corona-Pandemie betroffen sind. 17 Mönche der französischen Abtei Saint-Benoît-sur-Loire sind an dem Virus erkrankt, acht von ihnen schwer; Abt em. Bernard Ducruet (92), 1973-1991 Abt des Klosters, ist an dem Virus verstorben. Ein Mönch der Abtei Belmont in England (England) ist gestorben, ein weiterer Mitbruder in kritischem Zustand. Eine Missions-Benediktinerin ist in Spanien gestorben. Die erkrankten Mönche der Abtei Le Barroux sind wieder genesen; die Mönche von Pontida und die Nonnen der beiden Klöster in Bergamo in einer besonders gefährdeten Region Norditaliens sind nicht betroffen. Inzwischen sind drei Schwestern im Kloster Fahr bei Zürich erkrankt.

Neuer Oberer von Stift Neuburg

Die Mönche der Abtei Neuburg wählten P. Benedikt Pahl OSB zum Konventualprior für sechs Jahre. Er ist Nachfolger von Abt Winfried Schwab OSB, der im Oktober 2015 zum Abt gewählt worden war und dessen Amtszeit im September 2018 endete. In der Zwischenzeit führte P. Ambrosius Leidinger OSB kommissarisch das Kloster. Mit römischer Zustimmung war wegen der Corona-Pandemie der Abtpräses der Beuroner Kongregation als Wahlleiter mittels Skype zugeschaltet.

P. Willigis Jäger OSB +

Am 20. März 2020 starb P. Willigis Jäger OSB (95), Mönch von Münsterschwarzach. Nach dem Abitur trat er 1945 in die Abtei ein und empfing 1952 die Priesterweihe. Zunächst war er Lehrer und Erzieher am Gymnasium des Klosters, 1960-1964 Referent für Mission und Entwicklung beim BDKJ in Düsseldorf, danach bei Missio Aachen und der Aktion Missio in Bayern. Bei einem Japanaufenthalt lernte er die Zen-Meditation kennen und wurde Zenlehrer und Zenmeister. 1983-2001 leitete er das Meditationshaus St. Benedikt in Würzburg, 2002-2007 das Meditationszentrum in Holzkirchen.

Abtswahl in Seckau

Am 10. März 2020 wählten die Mönche von Seckau (Steiermark) P. Johannes Fragner OSB (56) zum Abt ihres Klosters. Der gebürtige Grazer wurde 1991 zum Priester geweiht und trat 1997 als Diözesanpriester in Seckau ein. Er wirkte seit 1999 als Kaplan und von 2013-2017 als Pfarrer von Seckau. Von 2010-2019 war er Administrator der Abtei.

Viktor Josef Dammertz OSB +

Am 2. März 2020 starb in St. Ottilien Viktor Josef Dammertz OSB (90). Am Niederrhein geboren, studierte er von 1950-1957 Philosophie und Katholische Theologie in Münster, Innsbruck und Rom. 1953 trat er in St. Ottilien ein; 1956 empfing er in Assisi die Diakons-, 1957 in St. Ottilien die Priesterweihe. 1962 erwarb er an der Universität München das Doktorat im Kanonischen Recht. 1960-1975 Kongregationssekretär der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, begleitete er Erzabt Suso Brechter OSB zum 2. Vatikanischen Konzil. 1975 wurde er dessen Nachfolger; in seine Amtszeit als Erzabt fällt die bauliche Erweiterung des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien. Als während des Äbtekongresses 1977 Abtprimas Rembert Weakland OSB zum Erzbischof von Milwaukee ernannt wurde, wählten die Äbte P. Viktor Dammertz zum Abtprimas der Benediktinischen Konföderation; dieses Amt übte er bis 1992 aus. Das Gespräch und das Zusammenfinden der benediktinischen Nonnen und Schwestern war ihm ein besonderes Anliegen; die Gliederung der CIB in Regionen geht auf ihn zurück. 1992-2004 war er Bischof von Augsburg. Anschließend wirkte er einige Jahre als Hausgeistlicher der Schwestern von St. Alban in Dießen am Ammersee. Seit 2015 lebte er wieder in St. Ottilien, seinem Profeßkloster.

Weitere Informationen unter:

www.benediktiner.at
www.benediktiner.de
www.benediktinerinnen.de
www.osb.org
www.ocist.org
www.ocso.org

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