Aktuelle Meldungen

P. Stephan Haering OSB +

Am 18. November 2020 starb in München überraschend P. Stephan Haering OSB (61). Nach dem Abitur in die Abtei Metten eingetreten, studierte er nach der Profess 1979 Theologie, Geschichte, Germanistik und Kanonisches Recht in Salzburg, München und Washington. 1997-2001 war er Ordentlicher Universitätsprofessor für Kirchenrecht in Würzburg, seitdem in München. Er wirkte in mehreren diözesanen, nationalen und gesamtkirchlichen Gremien mit und entfaltete eine rege kirchenrechtliche und historische Publikationstätigkeit. In der Bayerischen Benediktinerakademie war er Dekan der Historischen Sektion. Seit ca. 30 Jahren lebte er als Mitbruder einen Großteil des Jahres in der Abtei Venio.

Neuer Oberer in Muri-Gries

Am 24. September haben die Mönche von Muri-Gries P. Peter Stuefer OSB (60) zum Prior-Administrator auf drei Jahre gewählt. Seit dem Rückgritt von Abt Beda Szukics OSB (61) im Juni 2020 hatte Pater Otto Grillmeier OSB (56) die Gemeinschaft provisorisch geleitet. Der gewählte neue Obere, gebürtiger Südtiroler, wurde 1998 zum Priester geweiht; er war lange Jahre als Pfarrer tätig.

Neuer Abt in Gerleve

Die Mönche der Abtei Gerleve haben am 15. August 2020 P. Andreas Werner OSB (69) zu ihrem Abt gewählt. Nach seiner Profess 1976 studierte er in Salzburg und Rom und wurde 1981 zum Priester geweiht. Sein Dienst in Gerleve galt den Gästen, den Novizen, den Kranken und der Oblatengemeinschaft; auch war er als Exerzitienbegleiter tätig. 1988-91 wirkte er als Spiritual der Benediktinerinnen in Marienrode, 2016-2019 als Prior-Admnistrator der Abtei Maria Laach. Nach drei Jahren kehrte er in sein Kloster zurück und war viele Jahre dort Novizenmeister. Sein Vorgänger Laurentius Schlieker OSB (69), Abt von 2009-2020, war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.

Erzabt em. Hieronymus Nitz OSB +

Am 21. Juli 2020 starb in Beuron Erzabt em. Hieronymus Nitz OSB (92). Der gebürtige Flensburger, der noch während seiner Schulzeit im Zweiten Weltkrieg als Luftwaffenhelfer eingesetzt wurde, bat 1947 um Aufnahme in das Noviziat der Erzabtei St. Martin in Beuron. Nach seiner Profess 1951 studierte er Philosophie und Theologie in Maria Laach, Beuron und in Rom. 1955 zum Priester geweiht, wirkte er zunächst an der Theologischen Hochschule Beuron, war von 1958-1963 Novizenmeister, später Wallfahrtspater und Oblatenrektor.
1980-2001 war er Erzabt; in seine Amtszeit fielen eine umfassende Renovierung der Klostergebäude und die Gründung des Fördervereins der Erzabtei. 1971-2001 leitete er die Arbeitsgemeinschaft Benediktineroblaten, zu deren Entstehen er maßgeblich beigetragen hatte.

Wiederwahl in Scheyern

Am 28. Mai 2020 wurde Abt Markus Eller OSB (53) für weitere zwölf Jahre im Amt bestätigt. Vor seiner Wahl zum Abt 2008 war er in der Pfarrseelsorge tätig. Er ist Vorstandsmitglied der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und innerhalb der Bayerischen Benediktinerkongregation verantwortlich für die Arbeitsgruppe Kommun-noviziat und Berufungspastoral.

Rücktritt in Muri-Gries

Am 29. Juni 2020 hat der Abtpräses der Schweizerischen Benediktinerkongregation, Abt Christian Meyer OSB von Engelberg, den Rücktritt von Abt Beda Szukics OSB (60) als Abt von Muri-Gries angenommen. Abt Beda war am 24. Oktober 2017 zum Abt gewählt worden; bis zu seiner Wahl war er seit 2009 Prior in Sarnen. Er will sich wieder vermehrt dem Schweizer Teil des Klosters widmen. Seit der Aufhebung von Kloster Muri im Kanton Aargau 1841 lebt der Konvent in Gries bei Bozen und in Sarnen (Kanton Obwalden, Schweiz). Der bisherige Dekan der Abtei Muri-Gries, P. Otto Grillmeier OSB (56), wurde zum Administrator gewählt und wird für Herbst 2020 die Wahl eines Abtes vorbereiten.

Wiederwahl in Marienrode

Am 26. Juni 2020 wurde Sr. Mirjam Zimmermann OSB (70) als Priorin des Konventualpriorats Marienrode in Hildesheim wiedergewählt. Sie hatte dieses Amt seit 2014 inne; mit Vollendung des 70. Lebensjahrs war ihre Amtszeit zuendegegangen.

Spannungen in Bose

Enzo Bianchi (77), der 1965 in der Nähe von Turin das Kloster Bose gegründet und es bis 2017 geleitet hatte, muss mit zwei Brüdern und einer Schwester der Gemeinschaft das Kloster verlassen. Das hat der Vatikan im Anschluss an eine Apostolische Visitation angeordnet; der Papst hat den Ordenspriester und Psychologieprofessor Amedeo Cencini zum Delegaten für die Gemeinschaft ernannt. Nach der Wahl des ersten Nachfolgers des Gründers war es zu Spannungen mit dem neuen Prior gekommen. Die ökumenisch zusammengesetzte Gemeinschaft verbindet Traditionen des westlichen und östlichen Mönchtums; derzeit gehören ihr 90 Männer und Frauen aus sechs Nationen an. Vier weitere Niederlassungen befinden sich in Apulien, Assisi, bei Siena und in der Provinz Rom. Enzo Bianchi ist Mitglied im Päpstlichen Einheitsrat und als geistlicher Schriftsteller bekannt.

Terroristen-Überfall in Nord-Mosambik

Das neugegründete Kloster St. Pachomius der Missionsbenediktiner in N’nango nahe der Stadt Mocimboa in der nordmosambikanischen Provinz Cabo Delgado wurde am 12. Mai von Angehörigen einer islamistischen Terrormiliz überfallen. Die vier Mönche konnten sich in den Busch retten und durch dünn besiedeltes Gebiet zur nächsten Pfarrei Imbuho durchschlagen, die auch von Benediktinern betreut wird. Dort sind sie derzeit in Sicherheit.
Das Kloster-Neubau wurde erst 2019 als eine Gründung der Abtei Ndanda im benachbarten Tansania eingeweiht. Er ist geplündert worden, und Nebengebäude wurden in Brand gesteckt. Genauere Informationen liegen noch nicht vor.
Die Situation im Norden Mosambiks wird bestimmt durch jahrzehntelange Vernachlässigung der wirtschaftlichen Entwicklung dieses abgelegenen Gebietes als Spätfolge des Bürgerkrieges in Mosambik. Am Schmuggel von Elfenbein, Holz, Heroin und Rubinen profitieren lokale Eliten. Die Entdeckung großer Erdgasvorkommen vor der Küste hat nun auch das Interesse internationaler Akteure an der Region geweckt. Inmitten dieser unübersichtlichen Lage bewegt sich eine im Laufe der letzten eineinhalb Jahrzehnte entstandene Terrormiliz radikalisierter islamischer Jugendlicher, die von der Zentralregierung bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte und über deren Hintermänner man nicht allzu viel weiß. Experten vergleichen diese mosambikanische Terrormiliz mit Boko-Haram in Nigeria.
Die Missionsbenediktiner sind 2015 auf Bitten des Bischofs von Pemba in diese Region gekommen, um ein benediktinisches Zentrum mit Klinik, Handwerkerschule und anderen Sozialprojekten aufzubauen. Der Überfall auf das Kloster ereignete sich während einer Regierungsoffensive gegen die Terroristen in unmittelbarer Nähe des Klosters. Die Attacke ist ein Rückschlag. Er wird die Arbeit der Benediktiner in dieser Region aber nicht nachhaltig unterbinden.

Gastfreundschaft in Zeiten der Pandemie

Die Benediktinerabtei Gerleve im Münsterland beherbergt einen Teil der mehr als 200 mit Corona infizierten Mitarbeiter eines der größten europäischen Fleischvermarkter. Für die nächsten Wochen stellen die Benediktiner den betroffenen Arbeitern ihre Jugendbildungsstätte mit dem dazu gehörigen Gelände zu Verfügung. Ein detailliertes Konzept stellt den Schutz aller Beteiligten sicher. Abteikirche, Buchhandlung und Parkplatz bleiben wie bisher für alle Besucher des Klosters offen.

Weitere Informationen unter:

www.benediktiner.at
www.benediktiner.de
www.benediktinerinnen.de
www.osb.org
www.ocist.org
www.ocso.org

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